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Der Abt wandte sich wieder um, und betrachtete den Kuhhirtennoch länger und forschender, als zuvor.
„Hast Du von Luther gehört?"
^ „Meint Euer Hochwürden den Trunkenbold, den Schuhflickervon Dürkheim?"
„Ich meine den Mönch von Wittenberg, Schurke, obschon Du —beim heiligen Benedict! — den Rebellen nicht unpassend benamst hastpdenn seine Versuche, die Einrichtung und Zucht in der heiligen Kirchezu verbessern, sind in der That nur armselige Flickarbeit. Ich frageDich übrigens, hast Du nicht Deinen Verstand besudelt und DeinenGlauben geschwächt, indem Du jener verdammlichen Ketzerei, die ge-genwärtig in unsrem Deutschland umgeht, Gehör schenktest?"
„Der heilige Benedict und die hochgcbenedeitc Jungfrau Mariamögen Euer Hochwürden nach Euren Verdiensten im Andenken er-halten! Was hat ein armer Kuhhirte mit den Fragen zu thun,um Welche sich die Gelehrten streiten und die sogar den Friedlieben-den zänkisch und händelsüchtig machen?"
„Du bist über Deinen Stand unterrichtet. Stammst Du ausdem Jägerthal?"
„Bin darin geboren und erzogen, hochwürdiger Abt. MeinUrgroßvater schon hat im Thale gewohnt, und wenige Familienstehen wegen ihrer Geschicklichkeit im Aufziehen des Rindviehs undin Behandlung einer Heerde so sehr im Ruf, wie Diejenige, wel-cher ich angehöre, so arm und gering ich auch Euer Hochwürdenerscheinen mag."
„Ich weiß nicht, ob in der bescheidenen Ansicht, die Du vonDir selbst hast, nicht mehr Schein als Wirklichkeit liegt. DochDu hast Dich mit Bruder Siegfried benommen, und wir zählenauf Deine Dienstleistungen. Du kennst die Macht der Kirche, meinSohn, und mußt wissen, wie geneigt sie ist, denen Barmherzigkeitzu erweisen, welche ihr Huldigung bringen, während sie es auch anAeußerungen ihres Mißfallens nicht fehlen läßt, sobald ihr Anlaß