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Er befand sich jetzt ganz in der Lage, in weicher sich der Graf nochkurz zuvor befunden, und obgleich er die Folgen voraussah, sosuchte er doch mit der Verzweiflung eines Trunkenen Erneuerungseiner Kräfte in demselben Mittel, das sie untergraben hatte. GrafEmich war seinerseits längst über ein verständliches Sprechen hin-aus; da übrigens Beredsamkeit nicht zu seinen stärksten Waffen ge-hörte, so behauptete er mit knapper Noth seine physischen Kräftenoch so weit, um den Kampf fortsetzen zu können. Er schwenkteherausfordernd die Hand und murmelte Worte, welche Haß undVerachtung zu athmen schienen. In dieser Weise saßen ein edlerAbkömmling eines erlauchten Fürstenhauses und ei» infulirter Kir-chensürst einander gegenüber, ohne der besseren Fähigkeiten ihresWesens sich weiter bewußt zu sehn, als eben für die Erreichungdes gemeinsamen feilen Zweckes, welcher sie zu dieser tollen Wettegetrieben hatte, erforderlich war.
„Den Fluch der Kirche über euch Alle!" vermochte endlich derAbt hervorzustottern. Dann sank er in seinen wohlgepolsterten Arm-stuhl zurück, besinnungslos sich dem häßlichen Einflüsse des genosse-nen Weines hingebend.
Bei dem Falle des letzten Gegners blitzte ein Strahl trium-phirenden BewußtsehnS unter den zottigen Brauen des Grafen hervor.Mit verzweifelter Anstrengung richtete er sich aus, streckte seinen Armaus und bemächtigte sich der Urkunde, kraft welcher das KlosterLimburg seine Ansprüche auf den Ertrag der bestrittenen Weinbergeförmlich ausgab. Dann winkte er mit der Miene eines Mannes, derselbst in der Trunkenheit zu befehlen gewohnt ist, seinen Försterheran, stützte sich auf dessen kräftigen Arm und wankte aus demGemache, die Banketthalle gleich einem aufgegebcnen Schlachtfeld«als ein empörendes Bild menschlicher Schwäche in ihrer größtenHerabwürdigung zurücklaffend.
Als der Graf, ohne seine Kleider abzulegen, schwerfällig aufsein Lager sank, schüttelte er raffelnd das Pergament gegen seinen