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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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aller seiner Gäste dadurch auf sich, daß er einen zierlich mit Goldausgelegten Hornbecher bis an den Rand füllte.Edle und hoch-würdige Diener Gottes," fuhr er fort,ich trinke auf die Gesund-heit und das Glück des geehrten Wilhelm von Venloo, des heili-gen Abts von Limburg, meines liebevollen Nachbars. Möge seineBrüderschaft nie einen schlechterer» Führer haben, und möge dasLeben und die Zufriedenheit aller, die dem Orden angehören, vonso langer Dauer sehn, wie die Mauern der Abtei."

Emich leerte den Humpen mit einem einzigen Zuge. Um deminfulirten Mönche Ehre zu erweisen, hatte man ihm ein reich mitJuwelen verziertes Achat-Gefäß, ein Erbstück deS Hauses Leiningen,an die Seite gestellt. Während der Graf also sprach, ließ Bonifa-cius unter den grauen, überhängenden Brauen weg, welche den oberenTheil seines Gesichtes wie ein Gehäge beschatteten, das gepflanztwurde, um spähende Augen von einem verborgenen Plätzchen auszu-schließen seine Blicke nach dem Wirthe Hingleiten, um sorgfältigdessen GestchtsauSdruck zu mustern. Nachdem die Gesundheit auS-gebracht war, schwieg der Gast eine Weile und erhob sich sodann,um das Compliment gleichfalls mit einem Becher zu erwiedern.

Ich trinke diesen reinen und heilsamen Saft," begann er,auf das Wohl des edlen Emich von Leiningen und seiner alten,erlauchten Familie aus die Erfüllung ihrer zeitlichen Hoffnungenund auf ihre künftige Seligkeit. Möge diese starke Veste nebst demGlück ihres Gebieters so lange Bestand haben, als die Mauern vonLimburg, von denen der Graf gesprochen und die, wenn es nachseinen liebevollen Wünschen ginge, ohne Zweifel ewig stehen würden."

Bei dem Leben deS Kaisers, geehrter BonifaciuS !" ries Emich,mit der Faust gewaltig auf den Tisch schlagend,Du übertriffsteinen so beschränkten Mann wie ich bin, eben so sehr im Wünschen,als in der Gottseligkeit und in anderen Vorzügen. Ich möchte jedochmeiner Geneigtheit gegen Dich keine Schranken setzen und wälzedaher die Schuld meiner unvollkommenen Rede auf eine Jugend,