Druckschrift 
20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

83

einen geheimen Sinn Hütte beilegen können, wenn sie seiner Beob-achtung nicht entgangen wären.

Meine Leute sammeln sich pflichtmäßig um ihren Gebieter,denn sie haben von dem Beistand gehört, welchen der Churfürstzur Unterstützung der trägen Benediktiner geschickt hat," lautete dieAntwort.Vierhundert Söldlinge liegen heute Nacht in dem Kloster,Herr Latouche, und es sollte Wohl Niemand wundernehmen, wenndie Vasallen Emichs von Hartenburg mit Hand und Schwerdtbereit sind, zu seiner Verthcidigung Dienst zu thun. Gott erbarmesich die pfiffigen Mönche mögen zwar Wohl dergleichen thun, alslebten sie in Angst und Sorgen, aber wenn Jemand Ursache hat,in Sorgen zu leben, so ist's doch in Wahrheit kein anderer, alsder rechtmäßige und viel benachtheiligte Herr des JägerlhalcS."

Deine Lage, Vetter von Hartenburg," bemerkte der Trägerdes JohanniterkrcuzeS,bekundet in Wahrheit eine meisterhafteDiplomatik. Du hast das Schwerdt auf den Abt von Limburggezückt und bist bereit, jeden Augenblick tödtlichc Stöße mit ihmzu wechseln, um so die lang bestrittene Oberherrlichkeit an denAusgang einer Schlacht zu setzen; aber dennoch bietest Du DeinenKellermeister auf und läßt ihn Deine besten Fäßlein anzapfen, umDeinem Todfeinde Gastfreundschaft und Ehre zu erzeigen. MonsieurLatouche, dieß überbietet in der That an Bedenklichkeit die Lage einesAbbe von Deinem Schrote, der kaum genug Kirchendiener ist, um Er-lösung zu verdienen, aber doch nicht tief genug in Sünden steckt,um mit dem großen Haufen der Uebelthäter auf ewige Zeiten ver-dammt zu werden."

Es steht zu hoffen, daß wir das gemeinsame Loos der Sterb-lichen theilen und mehr nach Barmherzigkeit, als nach Verdienstwerden beurtheilt werden," entgegnete der Abbe ein Titel, wel-cher in Wahrheit kaum eine wirkliche Kirchenwürde bezeichnete.Jn-deß hoffe ich, daß die diesmalige Begegnung der feindlichen Kräfte