Fünftes Kapitel»
„Was gibt's Neues?'
»Nichts, gnädiger Herr, als daß die Welt ehrlich geworden ist."
»Dann ist der jüngste Tag nahe!"
Hamlet.
Durch alle unsere weit ausgedehnten Staaten findet sich fastleine Spur mehr von der Lebensweise Derjenigen, welche sich zuerstin der Wildniß niederließen. Das Auge des AlterthumforscherStrifft kaum je auf eine andere Ruine, als auf die Mauern irgendeines Fortes oder auf die Wälle einer Berschanzung aus der Zeitdes Unabhängigkeitskrieges. Wir haben allerdings auch einige un-bedeutende Ueberreste ans noch ferner liegenden Zeiten, und es findensich sogar einige Wälle oder andere VertheidigungSwerke, die manden Rothhäuten zuschreibt; aber in keinem Theile des Landes standje ein öffentliches oder Privatgebäude, das überhaupt wesentlicheAehnlichkeit mit einem Ritterschlofse besessen hätte. Damit nun derLeser ein so deutliches Bild, als unsere schwachen Kräfte zu zeichnenvermögen, von der Veste erhalte, auf welcher der stolze Ritter saß,der in unserer Legende eine bedeutende Rolle spielen soll, wird«S nöthig, ausführlicher aus eine Schilderung des Gebäudes selbstund der benachbarten Oertlichkeit einzugehcn. Wir sagen — derLeser, denn wir bekennen, daß wir nur für die Unterhaltung unsererLandsleute schreiben, obschon wir uns glücklich schätzen werden, wennwir auch einige Belehrung mit einfiießen lassen können. Sollte esnoch Anderen belieben, diese unvollkommenen Blätter zu lesen, sowerden wir uns geschmeichelt fühlen und cs natürlich mit Dankerkennen; indeß hoffen wir, nachdem wir sie mit dem Zweck unseresSchreibens ausdrücklich bekannt gemacht haben, dabei auf den Vor-rath von Nachsicht, dessen das gegenwärtige Werk so sehr bedarf.
Und hier wollen wir die Gelegenheit benützen, uns für einenDie Heidenmaucr. 5