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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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sie über den größten Theil des trübseligen Lagers weggekommenund an eine Stelle gelangt war, wo der blaue, sternbesäte Himmels-raum ihr zeigte, daß sie das Ende des Waldes und fast auch denRand des Berggipfels erreicht hatte. Hier hielt sic inne, und lehntesich erschöpft an eine Ceder.

Bcrchthold war ihr hurtig uachgcfolgt, ohne übrigens jenesGepräge von Ruhe und überlegener Körperkraft aufzugeben, welchesden Schritten eines jungen Mannes den schüchternen, aber anziehen-deren Bewegungen des schwächeren Geschlechtes gegenüber Würdeverleiht. Augenscheinlich war er sich seiner Ueberlegenheit bewußtund wollte eine Flucht, die ohnehin schon schneller war, als eS dieUmstände erforderten, nicht noch mehr beschleunigen; denn sie hatte,wie er wohl wußte, ihren Grund mehr in einer unbestimmten, in-stinktartigen Angst, als in einem wirklichen Anlasse zu Besorgnissen.Sobald das Frauenzimmer von seiner Eile abließ, ermäßigte auch erseine Hast und näherte sich der Stelle, wo sie nach Luft haschendstand, wie ein vorsichtiger Knabe, der den eben niedergeflogenenVogel nicht auf's Neue einschüchtern will.

Sehe ich denn so fürchterlich aus, Meta, daß Du vor mirfliehest, als sey ich der Geist eines der Heiden, welche der Sagenach vor Zeiten dieses Lager bewohnten? Sonst Pflegtest Du Dichdoch nicht vor dem Jünglinge zu scheuen, den Du, wie ich mir wohlnachrühmen darf, von Kindheit an als treu und ehrlich kennst."

Es ziemt sich nicht für ein Mädchen von meinem Alter eswar thöricht, wo nicht ungehorsam von mir, daß ich mich zu solcherStunde hier einfand," entgegnete das Mädchen.Es wäre mirlieb, wenn ich meinem Wunsche, noch mehr von der Weisheit desheiligen Eremiten zu hören, nicht nachgegeben hätte."

Du bist nicht allein, Meta?"

Das wäre in der That sehr unschicklich für das Kind meinesVaters," erwiedertc das junge Frauenzimmer mit stolzer Miene,während sie eine» Blick nach dem verfallenen Gemäuer warf, auf