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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Tretet jetzt ror, ihr beide, streicht Euchdas Kinn und schwört bet euren Bärte», daßich ein Schurke sey.

Wie er euch gefällt.

Der Schauplatz, auf dem unsere Geschichte beginnt, ist einenges, abgeschlossenes Thal, die Zeit aber fällt auf die Stunde, zuwelcher der Tag seine Gewalt verliert und auf die am meistenfreistehenden Gegenstände ein Licht wirft, dessen Tinten sich aus-nehmen, als schaue man durch ein leicht gefärbtes Glas eineEigenthüinlichkeit der Atmosphäre, die, obschon sie im Sommer undHerbst fast jeden Tag vorkömmt, dem Freunde der Natur stets wiederzur Quelle des Genusses wird. Die Farbe, die ich meine, ist nicht einkränkelndes Gelb, sondern vielmehr eine sanfte, melancholische Glorie,welche den Bergen und dem Gebüsch, den Bäumen und Thürmen,dem Strom und dem Wiesengrunde jenen überaus lieblichen Anstrichgibt, durch den der Schluß des Tages einen so milden sprichwörtlichgewordenen Zauber gewinnt. Die untergehende Sonne berührte mitschräg einfallenden Strahlen einen Streifen gemähten Wiesenlandes,der in einem so tiefen Thaleinschnitte lag, daß er dieses Abschiedslächelnnur einer zufälligen Bildung der benachbarten Höhen, einem fernenGebirgskamm, den eine Heerde abgewaidet und fruchtbar gemachthatte, verdankte. Ein murmelnder Bach glitt in der Mitte dahin,und ein schmaler, mehr durch den Huf des Pferdes, als durch Räder-eindrücke gebildeter Pfad führte an einem ausgedehnten Walde hin,der sich hob und vor den Blicken zurückwich, meilenweit eine Hügel-kette bedeckend, welcher nicht einmal die Sage je eine BevölkerungDie Heidenmaucr. 1