Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

goldnen Zeiten.

327

> 5 .

E p 0 p e e.

Als Deutschlands erster Sanier, Klop stock,starb, und ein so zahlreicher Leichcnzug ihm zuGrabe folgte, war es gemeine Frage:wie? von

denen, die ihm oder vielmehr sich selbst diese schöneEhre erzeigen, wie viel oder wenige, mögen seyn,die ihn kennen, die ihn gelesen, die von seinen Ver-diensten auch nur einigen Begriff haben?" Undnicht neidig jvar die Frage, sondern natürlich; seineninnigsten Freunden war sie die nächste.

Als im Jahr 1748. die drey ersten Gesängefeines Messias zuerst erschienen, sagte Kritias, wiewar uns, meine Freunde? Nicht anders, als (umin des Dichters eigner Sprache zu reden) wie, wenn

lieber beeisete Höhn ein festlicher Morgen emporsteigt.

Nicht nur eine neue Sprache, sondern gleichsam«ine neue Seele, ein neues Herz, eine reinere Dicht-kunst. Als wir, Jüngling noch, seine ersten lyri-schen Gedichte lasen, war cs nicht, als ob die Allenuns näher gerückt, als ob, um in unsrer Sprachezu dichten, Horaz und die Musen vom Himmel nie-dergcstiegcn waren ? Ungeachtet des wilden Krähge-schreyes über diese Sprache und Dichtkunst währcteder Eifer für dieselbe ein Vsercheil-Jahrhundert und