aus Jakob Baldc's Gedichten. 2Z3
Du prachtges Elend, glanzender Verdruß!
Mir gefallet des Freundes Entschluß, der, dem Kerker
der Mauern
Entronnen, sich sein Tuskulum erwählt.Warum tbürmten Unsinnige wir die gehauenen Felsen?
Zu fürchten etwa ihren schnellen Stur;?
Oder uns zu vcrbau'n des Himmels glanzenden An-blick ?
Zu rauben uns einander selbst die Lust?
Anders lebte voreinst in freier und fröhlicher Un-schuld,
Von solcher Thorheit fern die junge WeltAuf dem Lande. Da hlühn unschuldige Freuden.
Sie füllen
Mit immer neuer Wollust unsre Brust.
Da schaut man den Himmel; da raubt kein Nachbar
den Tag uns;
Apoll' aus frischen klaren Quellen beutTrank des Genius uns. O kennten die Menschen
ihr Glück nur,
Gewiß in finstre Städte barg es nichtUnsre Mutter Natur, nicht hinter Schlösser und
Riegel;
Für alle blühts auf offner freier Flur.
Wer's nicht suchcte, fands. Wer reich ist ohne
Procente,
Genießt. Scin Schatz ist, was die Erde beut,Hier der rinnende Bach, sein Silber. Es steiget
in Aehrui
Scin Gold empor und lacht an Baumen ihm-Dunkel jm Laube verhüllt singt seine Kapelle. Da
klaget,
Frohlockt und streitet seiner Sänger Chor.