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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 14 (1821) Terpsichore
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Kenotaphium

ein Rathsherr zu Nürnberg bekommen und solchezum Andenken in einer silbernen Kapsel verwah-ret *). Ich wollte, daß er von ihm mehr geerbthatte, als dessen Feder.

Nichts, dünkt mich, sollte uns Deutschen an-gelegener seyn, als daß sich zu guten Zwecken alle-Provinzen Deutschlands vereinigen. Kein Gebirge,kein Strom, keine Mundart, keine Rcligionsformelsollte sie trennen; wo irgend in einem Lande, auchmit Fehlern seiner Zeit und Erziehung behaftet, eintalcntrcicher Schriftsteller sich hervorthat, sollte dasVaterland sich ihn zueignen, nicht seinen Provinzia-lismus verspotten und verhöhnen. Hatte in Italien,Frankreich, England keine Provinz an der andernTheil genommen, und jedes folgende Jahrhundertdas vorhergehende nur verachtet; gewiß wäre in die-sen Landern die Literatur nicht dahin gekommen, wo-hin sie gekommen ist. Wie vielen Fleiß haben dieseNationen auch auf ihre alten Schriftsteller und Dich-ter gewandt l. Dadurch hat sich ihre Kritik geschärft,dadurch ihre Sprache bestimmt und berichtiget. Wirunterscheiden uns dadurch von allen Völkern Euro-

pens

*) Balle führt an, daß mehrere Rathsherren sogardarum gestritten und endlich geloset haben; undBaillet weiß nicht, ob ers nicht gar für ei-nen Kirchenraub Hallen solle, daß diese Feder ei-nem Bilde oder Altar der heiligen Jungfrau da-durch entwandt sey, der sie Balde, wie Lipsiusdie seiniae, gewiß würde vermacht haben.Schwerlich war Balde so eitel.