2§S
Kenotaphium
den; am wenigsten durste und wollte er sich itt Cpo-den erlauben, was sich der Römer erlaubte. —
Zweitens. Also stehet er Hörest durchausauch an Feinheit des Griechen- undRömer gcschmacks, im Genuß der großenWelt und in jener Qnjriten - Würde nach,die außer der Römischen keiner Nation erreichbarwar, und von diesem Drdensmann nicht nachge-ahmt werden wollte. Dem Libertinismus des Ho-raz in der Denkart war nicht Nur seine Regel, son-dern auch sein Charakter zuwider. Dagegen, wasmoralisch groß und schön, oder heilig-lieblichund wohllautend ist, Deutsche Starke, stoi-sche Tugend, christliche Sittlichkeit, an-dächtige oder thätige Liebe hat er in jeder ihmnahen Situation angepriesen. Mmhiger aber nochund starker hat et die Laster angegriffen, den Frevelentschleiert, die Heuchelei und Tyrannei gebändigt.Er kann und soll uns nicht statt des Horaz,wohl aber Stimme und Vorbild scyn, wie auch wir,in und außer Horazens Weise, für unsre Zeit wer-den, was an uns unsre Zeit bedarf.
Auf die DdeN und Cpodcn folgen, nach derZahl der Musen, neun Bücher poetischerWälder *), voll des verschiedensten, oft einessehr angenehmen Inhalts, mit wachsendem Reich-thum; die drei letzten Bücher sind die reifsten und
*) >r. I. x. Zv7.