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Kenotaphium
Gewißheit nicht eben unrecht. Der feste Ton, inwelchem der Dichter Würde, Tugend, Pflicht,und die ersten Verhältnisse des Lebens singet, wecktuns auf, kehrt unfern Blick in uns selbst, predigtuns Besitz unsrer selbst, Zucbt, Lehre.In Balde tönt diese Katonische Stimme ernst undlieblich; er ist voll der bestimmtesten Anweisungenzum Gebrauch des Lebens.
Der zweite Vortheil, den ihm der Ordengab, ist sein schneidender Blick auf diepolitischen Verhältnisse und Verwir-rungen der Staaten. Nicht stehet ec kriechendauf diese von unten hinauf, sondern von oben aufsie hinunter. So spricht er über Pflichten der Re-genten, der Prälaten, der Hofleute, der Minister,der Feldherren, der Krieger; so über das Elend desKrieges, über die Nothwendigkeit des Friedens.Man Hort die Stimme aus einem Institut, dasgewohnt war, Staaten zu regieren.
Der dritte Wortheil, den unserm Dichter seinStand gab, ist die vornehme Absonderung,in der er sich gegen alle drückende Ver-hältnisse fühlet. Selbst zu seiner Kirchesprichter als ihr Verbündeter; ein Standort, der derlyrischen Dichtkunst sehr angemessen lst, in der An-wendung aber vielen Mißbräuchen ausgefttzt war, undals die Zeit gekommen war, den Orden an denRand des Verderbens brachte. Er ist gefallen; seineHülle hatte sich überlebt und schien zuletzt selbst derBarbarei ähnlich. Sein Geist aber ist so lange un-vertilgt, als es Menschen giebt, die andre leiten,