Lyrische Gedichte.
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Genuß des Lebens.
Lebst du? oder schiebest du auf zu leben?
Leere Hoffnungen webt, wer jenem FadenTrauet, den uns Lachesis oft mit schnellemFinger zerrciffet.
Kurzen Laufes eilen dahin wir. Flüchtig,
Gleich dem Vogel und Pfeil entflicht der TagtJeder, der der letzte nicht ist. Der letzte,
Traurige dauret.
Als geboren wir auf die Erde kamen,
Kam ein Schatte mit uns; der Schatte wachsetVor und hinter uns her, bis selbst als SchattenWir in die Gruft gehn.
Wie zum Brunnen der KrUg, bis unvermuthetEr als Scherbe zerfallt, so schleicht das LebenJum Verfalle. Geneuß das Heute; morgen
Bist du gewesen.
An einen römischen Prälaten.
Die hcilgen Fasten bietet dir Janus dar;Prälat der Kirche. Lerne die NomcrmachtDurch Güte mildern, lerne Würden,Geistliche Würden, mit Snnftmuth zieren.
Herders W. Lit. u.Kunst. XlV. N