i8r Lyrische Gedichte.
Niemand schont' ich; wer mich hcrausgcfodcrt,Sollts entgelten! Die Pfeile vor - und rückwärtsFlogen; ich ging, ein Stachel-Vgel, ringsumSpitzig gcwaffnet.
Manche Helden erlagen. Jener Tiger,
Dem die Jungen geraubt sind, wüthct minder.Nemesis ward ich Diesem; Andre fühltenBlutig die Geißel —
Eben einst, da ich neue Pfeile wetzte,
Sank die Hand mir; erschlaffet ding der Vogen.Milderer Sinn umwandclte den Wolf zumWolligen Lämmchen.
Meinen Wurfricm kenn' ich nicht mehr. Es zündetKaum ein Funke des Streits, so spreng' ich WasserUeber, und gebe nach; die Leyer spielend,
Wie ein Sabiner.
Mein Gesang ist der heilge Hain, des ThalesStille Blume, der Hügel Quellen, oderGrazien-Schwestertanz, und meiner JungfrauHeilige Anmuth.
Lebend mir, und den Wünschen abgestorben,
Trag' ich still im Busen so Glück, als UnglückMit mir; fürchte Keinen und werde keinem
Schwachesien furchtbar.
Hart beleidiget kenn' ich nur Verzeihung.
Stumpf geschmahet; es zupft mich Der und JenerOft am Barte; doch Ich bin des AndroklusFreundlicher Löwe.