Lyrische Gedichte. 8r
Vermählend sich das hohe Meer.
Schau' das erneuete Jahr! Wie sich die Schlangeverjünget!
Der Widder auf der Aue buhlt;
Heerdcn blocken. Es Hüpfen die Faunen. Mit
H a m adryadcn
Begehn Dryaden Wechseltanz.
Und ich kenne den Hain der scheu - gefälligen Echo,
Wo sie sich lauter offenbart.
Fragen will ich sie dort, die Sibylle. Sie wirdmir vom Hain aus
Antworten über Krieg und Zeit —
Dann schreib' ich mit Lust, was zu erzählen mirPein ist,
Und sich mit fchoN'rcr Anmuth liest,
Lock' aus ihren Nesten hervor die Täubchen der Mu-fest,
Und sende sie wohin ich will.
Auch die Muse Tibulls. — Doch nein! eine keu-schere Muse
Wird mir erscheinen: denn warum
Soll ich cs hehlen? Ich will dein Leben singen, oJungfrau,
Und deine Liebe, Liebliche.
Tief in der Seele ritzt mich dieser Stachel. Aurora,
Aurora selbst gebot es mir.
Eine ist meine Taube. Sie bringt, als Schwalbe,den Frühling
Mir wieder und die goldne Zeit.
Laß dich grüßen von mir, o du Mcinige. Lachstnnr lieblich,
(Wenn Etwas Süßes mir gelang,
Herders Werke. Lit» u. Kunst, XIV. F