Drittes Buch
Der Kranz.
Du Knabe mit der goldenen Locke, derDort unter Blumen sitzet, und rings umschwarmtVon taufend Honigsaugcrinnen,
Nur Philomelcns Gesänge lauschet,
Versäume nicht, indeß du dem Liede horchst,
Den Kranz zu flechten, den ich von dir begehr zZu Myrthen füg' in holder ReiheRosen und Lilien mit einander.
Weiß sep der Blumen jegliche fünfte; dannDie zehnte dunkel. Neben das Veilchen flichtDie Narbe, die von Liebe duftet,
Füge sie zierend dem Kranz ans Ende.
Der schönsten Jungfrau soll er geweihet scyn!
Um ihre Schlafe wird er entzückend blühnUnd sanfter wird dein Haar dir wallen,Lieblicher wallei» die goldne Locke.