70 Lyrische Gedichte,
Der C o n s u l.
Sey' ein mächtiger Consul; dochNicht im herrschenden Rom, in Laeed ämon nichtIn Dir schlichte die Händel, undLern? kennen sie erst, eh du sie schlichten willst.
Jeden Winkel in deiner BrustSpäh' mit Lynceus Blick; snche das Thule aufDir im Busen. Es hindern dichAuf der forschenden Fahrt Herkules Säulen nicht,Dringe fürder! Dahinten erst,
(Fern , o ferne der Bucht, wo sich der Pöbel drangt,)Liegt die Insel der Seligen,
Ruh' der Seel§. Du fragst, was der LigurierTreibe? Erntet und sa't und trinktWohl dein Nachbar für dich? O wie so manches ist,Was du sicher nicht wissen darfst,
Was du weist sogar stehest, als sahst du's nicht.
Laß die Flecken auf Titus Stirn!
Laß Lictoren ihr Amt, daß sie den schändlichenPobel, (selber mit Pöbelarm,)
Vor den traurigen Stuhl strafender Richter ziehn,
Du durchwache die Nacht für Dich;
Keine niedrige That bringe dir Lohngewinn.
Jener Späher und Laurer undArgwohngeber, er mag Anderen nützlich styn;
Sich selbst ist er ein Schädlicher.
Feldherrn nutzen Berrath; doch der Verräther bleibtIhnen immer ein Böstwicht.
Tantals Name, noch jetzt ist er dem Ohr verhaßt k —Und vor allen abscheulich ist,
Wer an anderen straft, was er an sich selbst verzeiht,