44 Lyrische Gedichte.
Aber ein höherer Klang ertönt von deinem Verdienste,Jedes „Geruhen" ist des Triumphs werkh.Und vcrschlucketest du an Einem Abende siebenWittwcn und Waisen; die fraßige MilvePreiset den Geier in dir, deß mächtige Klaue des
Adlers,
Jupiters Flammenadelers wcrth ist.
Dienst du dem Reiche der Venus ; warum soll Eine
der Blumen
(Blühet sie doch dazu!) dir versagt seyn?Mutter und Tochter genießen — was liegt daran?
Du genießest
Eben so wohl die Henn' und das Küchlein.
Rist du kleiner Gestalt; er wird dir vor Augen zum
Zwerge;
Bist du größer; so wachst ihm der Absatz.
Lachst du; lachet er mehr. Du weinst; er zerfliefset
in Thrancn;
Wasser- und Schwindsucht theilct er mit dir.Und tragt zärtliche Sorg' im Kleinsten um deine Ge-sundheit ,
Daß dir die Spcichelschaale nicht mangle,
Daß in dem goldnen Becher kein Tröpfchen Giftes
gemischt sei,
Dder aus Mattigkeit Appetit dirFehle. Der unverdaute Fasan sitzt dir in dem Magen fDein Podalirius mischt dir ein PulverZur Verdauung dafür. Er springt in Feuer undStröme,Wenn es dem gütigen Herren an Schlaf fehlt;Schimpft die Parzen , bedroht sie mit Prügeln , wenndu nicht plötzlich
Wicdergenefest; „Erhänge sich selber!"