3^ Lyrische Gedichte.
Der dreifache Seufzer der Monarchie.
(Zu erlangen, zu erhalten und zu verlieren*).
Wenn unser Herz mit Gottes Geschick vergnügtIn Glück und Unglück Beide mit Einem MuthZu tragen wüßte; wie so selig
Würden die Menschen auf Erden leben !
Dahingerissen von der Begierde Macht,
Sich nichts versagend, Alles mit UngestümAnstrebend, Alles wagend, Alles —
O wie zerreißen das Herz des Menschen
Die Furien! Wo enden die Seufzer, wo?
Zu haben? Ach, wir wünschen uns Alles, stetsIn Furcht, es zu verlieren, immerDrückend die Beute, sie zu behalten.
Nach Allem strebt der Sterbliche. Höchstes warIhm nie zu hoch, und kennet (ein arm Geschöpf,)Des Schicksals Maas nicht, daß die UrneImmer sich walzet und Nichts bestehet.
Wie Pfeile fliegen unsere Wünsche, jetztWoran, vorüber, wieder im Rücken uns;
Der Schütze schießt und liegt von eignenBrennenden Pfeilen, wie tief verwundet!
*) tzuick est IVIonsucllin, nisi triplex silüpirium,vdtineuäi, reiinencki, sinirtencki? Diese poli-tische Sentenz stand an der Decke eines Kurfürst-lichen Zimmers geschrieben.