VI
Vorrede.
durch Unterricht belustigt. Eine solche wirduns in dieser Sammlung Mancherlei darbringcn;jetzt und zuerst habe ich einen Dichter cinzuleiten,der seine Muse auch mit diesem Namen zu nennenliebte und unsrer Bekanntschaft gewiß nicht unwerlh
ist.
Er war ein Deutscher, der im vorigen Jahr-hundert lebte und für sein Vaterland mit Begeiste-rung als Dichter kampste. Noch nenne ich seinenNamen nicht, und bitte Jeden, der ihn kennet,ihn vor der Hand zu verschweigen. Mögen seineGesänge zuerst ohne Namen des Sängers die Wir-kung thun, dazu die Kraft in ihnen liegt: denn
eben das ist der hohe Vorzug der Stimme derMusen, daß sie zu ihrer Wirkung den Namendessen nicht bedarf, durch den sie ertönet. Der lyri-sche Dichter ist Apollo's Priester, der nicht ineignem Namen, sondern aus Kraft des ihn begei-sternden Gottes den Sterblichen Lehre und Trost ansHerz legt und Wahrheit verkündet.
Mein Dichter thut dieses in einer großen Art.Starke Gesinnungen, erhabne Gedanken, goldneLehren, vermischt mit zarten Empfindungen fürsWohl der Menschheit und für das Glück seines