„Lass doch dem Mädchen ihren Willen," murmelte von hintenEsther. „Der Einzige, der sie hätte überreden können, zn bleiben,schläft ans der kalten und nackten Prairie, und es bleibt wenigHoffnung, daß sie ihre Laune ändern wird. Ueberdieß weißt duja, jedes Weib hat ihren Willen und läßt sich nicht leicht vonihrem Eigensinn abbringen, wie du wohl selbst erfahren, meinguter Mann, oder ich wäre hier nicht die Mutter von deinenSöhnen und Töchtern."
Der Squatter schien eben nicht geneigt, seine Absichten aufdas verschämte Mädchen so leichten Kaufes aufzugeben. Ehe erauf die Mahnung seines Weibes antwortete, überblickte er nocheinmal mit gewohnter Ruhe die gesammten Gesichter seiner Söhne,als sähe er sich um, ob auch kein einziger darunter sei, der dieStelle des Verstorbenen einnehmen könne. Paul hatte schnell ge-nug diese Bewegung bemerkt, und indem er dem geheimen Ge-danken des Andern näher als gewöhnlich kam, glaubte er dieAuskunft gefunden zn haben, welche jede Schwierigkeit entfernte.
„Es ist ganz klar, Freund Busch," sagte er, „daß es überdiese Angelegenheit zwei Meinungen gibt, Eure, zn GunstenEurer Söhne, und meine, zu meinem Besten. Ich sehe nurEinen gütlichen Weg, diesen Streit auszngleichen, und das istdieser: Wählt unter Euren Söhnen einen aus, welchen Ihr wollt,und dann wollen wir Beide einen Gang zusammen in die Prai-rie hinein, einige Meilen weit thnn. Der nun, der dort znrück-bleibt, wird nie im Leben Jemand mehr belästigen, und der dazurückkommt, der mag es allein auf sich nehmen, wie er das jungeMädchen sich geneigt macht."
„Paul!" rief Ellen rügend, aber mit sanfter Stimme.
„Fürchte nichts, Nelly," flüsterte ihr der Biencnjäger zn, derkeinen andern Grund ihres Unbehagens in seiner einfachen Denk-weise anfznflnden glaubte, als daß sie für ihn Sorge trüge; „ichhabe sie mir Alle wohl gemessen, und du kannst auf ein Auge