480
Sonne hinter den Rocky-Mountains untergegangen: dieß ist füreinen Lonp, und dieß für einen Sioux."
„Teton — nein! Hart-Herz überfiel nie den Fremden. Siekomme» in seine Hütte und essen, und sie gehen sicher wiederhinaus. Ein mächtiger Häuptling ist ihr Freund! Wenn meinVolk die jungen Leute anfruft, den Kriegspfad zu betreten, istHart-Herz's Mokasin immer der letzte; ist aber einmal sein Dorf,von Bäumen bedeckt, hinter ihm, dann ist sein Mokasin immer dererste. Nein, Teton; sein Arm wird sich nie gegen den Fremden erheben."
„Thor! so stirb mit leeren Händen!" rief Mahtoree, indem ereinen Pfeil an seinen Bogen legte, und ihn plötzlich in tödtlicherRichtung gerade auf die nackte Brust seines großen und arglosenFeindes losschnellte.
Der verrätherische Teton hatte allzurasch gehandelt, und denAugenblick zu gut gewählt, als daß der Pawnee irgend eines dergewöhnlichen Vertheidigungsmittel hätte anwenden können. SeinSchild hing von der Schulter herab, und sogar der Pfeil warvon seinem Platze fortgeglitten, und lag in der hohlen Hand, mitwelcher er den Bogen festhielt. Aber das schnelle Auge desTapfer» hatte noch Zeit genug gewonnen, die Bewegung zu be-merken, und seine Besinnung verließ ihn nicht. Durch einen ge-waltigen und scharfen Ruck am Zügel bäumte sich sein Roß, in-dem es die Vorderschenkel weit in die Lust erhob. Während nunder Reiter den Leib seitwärts niederbog, diente das Pferd selbstihm zum Schilde gegen die Gefahr. Indessen war so gut ge-zielt, und der Schuß so stark, daß der Pfeil den Nacken desThieres seitwärts traf, und durch die Haut fuhr.
Schneller als der Gedanke flog Hart-Herz's antwortender Pfeildahin. Der Schild des Teton war durchbohrt, aber seine Personunberührt. Einige Augenblicke wechselte unablässig das Klingendes Bogens und das Schwirren der Pfeile, obgleich die Kämpfersich genöthigt sahen, einen großen Theil der Sorgfalt ans die