311
der Verspottung der nnmächtigcn Versuche des Gegners. Währenddas Hanptkorps in gerader Linie die verabredete Richtung befolgte,schloß sich jenes Elitenkorps, nachdem es dem Feinde diesen Trotzgeboten, mit einer Fertigkeit und einer Taktik, welche einem krie-gerischen Uebnngsmanövre glich, als Nachtrab wieder an.
Salven folgten ans Salven, bis der wüthende Squatter widerWillen den Gedanken anfgab, mit den unzulänglichen Mittelnseinem Feinde Schaden znznfügen. Er schlug nun einen andernWeg ein, verfolgte die Sioux mit möglichster Eile, ab und zueine Flinte abfenernd, um die Besatzung, welche er dieses Malunter die Befehle der furchtbaren Esther gestellt hatte, gehörig zuallarmiren. Ans diese Weise dauerte die Jagd einige Minuten,doch so, daß die Reiter allmählig einen Vorsprung gewannen,obschon ihre Verfolger zu Fuß mit unglaublicher Kraft ihnen aufden Fersen zu bleiben sich anstrengten.
Schon sammelten sich die Abendncbel am östlichen Saume derPrairie, und ehe noch die Sioux die Hälfte des Weges erreichthatten > waren die deutlichen Umrisse des Felsens in den Dunst derNiederungen gesunken. Dieser Umstand war dem Häuptling um sogleichgültiger, da er seinen Plan mehr zu begünstigen, als zu hin-dern schien. Er ritt nun an der Spitze der Schaar, gleich demHunde, der die Witterung nicht verlieren will; nur daß er we-niger eilte, weil seine Pferde und Reiter nicht in Reih' und Gliedgeblieben waren.
Jetzt schien dem alten Manne der Augenblick gekommen zusein, seinen Entwurf zur Reife zu bringen. Er ritt an Middletonheran, und sprach auf englisch zu ihm:
„Es läuft hier ans ein diebisches Geschäft hinaus, woran ichnicht gern Thcil nehmen möchte."
„Was ist aber zu thun?" versetzte Middleton in derselben Sprache.„Es würde uns übel bekommen, die Flucht zn versuchen; wir wür-den in den Nachzng und in die Hände der Verruchten fallen."