271
Widerrede auszuführen, Paul Hovern den Zügel ab, warf ihn demPferde über den Nacken, und sprang auf seinen Rücken mit derGeschicklichkeit eines Kunstreiters. Es ließ sich nichts Schöneres,Festeres, Vollkommeneres denke», als die Art, wie der Wilde zu Pferdesaß. Der stark belegte, schwere Sattel diente offenbar mehr zurZierde als zum Nutzen, und hinderte mehr die Bewegung der Schenkel,als daß er ihnen behilflich gewesen wäre, denn so viel sah man,daß der Reiter die weibische Erfindung der Steigbügel verschmähte.Das Roß, welches in demselben Augenblick sich zu bäumen und zustolziren anfing, war, wie sein Herr, in allen seinen Bewegungenwild und natürlich, je weniger Kunst aber in Beiden lag, destofreier und graziöser waren ihre Bewegungen. Aller Wahrschein-lichkeit nach rollte arabisches Blut in den Adern des Rosses, wennman nämlich weit genug in seinen Stammbaum hinaufsticg, deraus mexikanischen Stuten, spanischen Barbern und maurischenStreitroffen zusammengesetzt sein mochte. Der Reiter, der diesesRoß ans Mittel-Amerika erhalten hatte, schien zugleich mit dem-selben die Kunst und die Grazie erhalten zu haben, es zu regie-ren, welche, verbunden mit seiner Gestalt und ganzen Haltung,ihn zum unerschrockensten und vielleicht zum geschicktesten Reiterauf der Welt gemacht zu haben schien.
Obschvn auf beschriebene Weise mit seinem Thiere thätig be-schäftigt, verrieth der Pawnec doch keinen raschen Wunsch, sich zuentfernen. Nur in einer bequemer» Stellung, vielleicht auch sichunabhängiger fühlend, und nun ein sicheres Mittel besitzend, sichnach Gutdünken zu entfernen, ritt er auf und ab, und beschautedie Einzelnen, unter denen er weilte, mit bei weitem größerer Un-befangenheit als zuvor. Bei jedesmaliger Erreichung des Ziels,das er sich vorgesteckt hatte, war der Wildsteller nicht anders derMeinung, als daß er nun seinen Vortheil wahrnehmen und davon-jagen würde; er aber wandte dann immer sein Pferd, und rittdieselbe Strecke zurück, bald mit der Schnelligkeit der flüchtigen