thun konnten. „Laßt mich es aufzeichnen, so lange ich Zeit undKopf dazu habe: Augen, fesselnd; Farbe, bunt, zusammenge-setzt, tiefgefurcht . . . ?'
„Was der Mann da vorbringt von fesselnden Angen und schecki-gen Farben! Sollte man nicht denken, er sei verrückt!" unterbrachder mürrische Wildsteller, etwas verdrießlich, daß seine Gefährtendie ganze Zeit über noch nicht daran gedacht hatten, einen sichernLagerplatz zu suchen. „Ist wirklich eine Schlange im Gebüsch, sozeigt sie mir, und will das Geschöpf nicht im Guten weichen, somüssen wir uns mit ihm um den Platz streiten."
„Dort ist es," sagte der Doktor, mit dem Finger nach einerdichten Baumgrnppe im Dickicht zeigend, ungefähr fünfzig Fußvon der Stelle ab, wo Beide standen. Mit vollkommener Fassungnnd Gemüthsrnhe gab der Wildsteller seinen Augen die vorge-schriebene Richtung; kaum aber hatte sein kühner, geübter Blickden Gegenstand entdeckt, welcher die Philosophie des Naturforschersso gewaltig erschüttert hatte, als er selbst stutzte, dann schnellseine Flinte vorhielt, sie aber eben so schnell wieder zur Ruhebrachte, als ob ein zweiter Gedanke sich ihm dargestellt nnd ihnüberzeugt hätte, der erste sei falsch gewesen. Weder jene instinkt-artige Bewegung, noch seine plötzliche Besinnung war ohne hin-reichenden Grund; denn am äußersten Streif des Dickicbts, undin unmittelbarer Berührung mit der Erde lag ein lebendiger Ball,welcher durch sein seltsames Ansehen und durch das Wilde, wasin seinen Augen lag, wohl geeignet war, den Schreck des Doktorszu rechtfertigen. Es würde schwer fallen, die Gestalt nnd dieFarben dieser außerordentlichen Substanz zu beschreiben; nur inganz allgemeinen Ausdrücken ließe sich davon sagen, daß sie vonfast sphärischer Form war, nnd alle Farben des Regenbogens ab-spiegelte, doch ohne die Ordnung dieses Meteors zu beobachten,in lauter durch einander geworfenen Strichen ohne planmäßigeZeichnung und Harmonie. Die Hauptfarben waren schwarz und