Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
251
Einzelbild herunterladen
 

251

aber doch Mitleid bezeichnendes Lächeln. Zugleich aber benutzteer dessen Zuruf an den Hund, um einige Schritte von dem Ortezurnckzntreten, wohin ihn sein unaufhaltsamer Muth hingerissenhatte. Er that es wohl auch zugleich, um mit weniger Anstrengungder Brust, mit weniger Verlust an Athem und mit mehr Freiheitin Handlung und Haltung reden zu können.

Ein Ilomo, ein Mensch ist ohne Zweifel ein Homo," sagteer, den Arm mit nachdrücklicher, beweisfnhrendcr Geberde vorsich ausstreckend.Insofern er seine animalische Funktionen aus-übt, sind diese die verbindenden Kettenglieder der Harmonie, derOrdnung, der Gleichförmigkeit und Planmäßigkeit des ganzen Ge-nus; hier aber hört auch die Aehnlichkeit auf. Der Mensch kanndurch Unwissenheit bis !znr letzten Stufe, bis an den Rand derLinie, die ihn vom Thier unterscheidet, herabsinken; so wie er sichdurch Wissenschaft zu einer Verbindung mit dem großen Geist undHerrn aller Geister erheben kann. Ja, ich weiß nicht, ob, wennihm Zeit und Gelegenheit dazu würde, er sich nicht zum Herrnalles Wissens machen, und dem zufolge dem großen, bewegendenPrincip gleichkommen würde."

Der alte Mann, in nachdcnkendcr Stellung auf seine Flintesich lehnend, schüttelte den Kopf, indem er mit einer angebornenKraft und Festigkeit welche das angenommene, anmaßende,imponiren sollende Wesen seines Gegners ganz in's Dunkle stellteihm zur Antwort gab:

Was Ihr da vorbringt, ist nichts mehr und nichts weniger,als die den sterblichen Menschen anklebende stolze Ruchlosigkeit.Ich habe diese Erde seit sechsnndachtzig Wintern und Sommernbewohnt; habe die ganze Zeit über beobachtet, daß die Bäume her-anwachsen und absterben; habe aber nie den Grund entdeckenkönnen, wie und warum die Sonne im Sommer die Angen treibt,wie und warum im Winter der Frost das Laub abstreift. EuerWissen, worauf Ihr so sehr trotzt, ist Thorheit in den Augen Deß,