Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
234
Einzelbild herunterladen
 

234

ien Zähnen,ich würde ihn ans immer der Sorge für dein zar-tes Gewissen enthoben haben!"

Ach, Middleton," fnhr sie nnd zwar erröthend fort, indemsie ihm, ohne ihn ganz verstanden zu haben, in sein blntrothesAntlitz sah,dn kannst wohl meine Gelübde empfangen, hastaber keineswegs die Macht, mich davon zn entbinden!"

Nein, nein, nein, Jnez! Dn hast ganz recht. Ich verstehemich schlecht anf Gewissenszweifel und Spitzfindigkeiten; ich binAlles in der Welt eher, als ein Priester. Sage mir aber, washat die Ungeheuer vermocht, ein so verzweifeltes Spiel mit dirzu beginnen, nnd mir meinen Himmel zu rauben?"

Dn weißt, wie unwissend ich in allen Welthändeln und Ge-schäften Inn, und wie wenig im Stande, die Gründe anzngeben,welche Wesen, die von denen, die ich früher gesehen habe, sohimmelweit verschieden sind, haben können. Bringt aber die Liebezum Golde manchen Menschen nicht zn noch schändlicheren Hand-lungen als diese? Ich will glauben, der Gedanke hat sie geleitet,daß ein alter reicher Vater versucht werden konnte, ihnen fürsein Kind ein schweres Lösegeld zn zahlen; vielleicht auch," setztesie mit einem spähenden Blick hinzu, der aus ihren thränendenAngen anf Middleton fiel,vielleicht auch bildeten sie sich ein,die zarte Liebe eines Bräutigams würde. . . ."

Gewiß, sie hätten mir mein Lebensblnt tropfenweise abzapfenkönnen!"

Ja," fnhr die junge, verschämte Gattin fort, den verstohlenenBlick, den sie anf ihn gewagt hatte, schnell znrnckziehend, undeben so schnell ihre Rede fortsetzend, als wolle sie das Gesagtebei ihm in Vergessenheit bringen,es ist mir versichert worden,daß cs selbst Ehemänner gibt, welche die Niederträchtigkeit soweit treiben, vor dem Altar Gelübde abznlegen, nur um sich inden Besitz des Vermögens unschuldiger, leichtgläubiger Bräute zusetzen. Kann Liebe zum Golde zn solchem Grade von Schlechtigkeit