Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
223
Einzelbild herunterladen
 

223

des Weges, suchte immer von Neuem und immer vergebens. Sogelangte er endlich an die Hütte selbst, klopfte, öffnete die Thür,trat ein, fand die alte Amme, stand vor ihr da, sah sich um, sahaber nicht Die, welche er suchte. Der Bescheid war: sie sei dagewesen, sei aber wieder fort und nach Hanse gegangen. Nunüberredete sich Middleton, er müsse sie in der finstern Nacht aufdem Rückwege verfehlt haben, eilte zurück, und erfuhr zu seinernoch größer» Bestürzung, Jnez sei nicht gesehen morden. OhneJemanden seinen Vorsatz mitzntheilen, eilte er wieder mit pochen-dem Herzen dem Baume zu, wo er ffeincr Braut rührendes Ge-bet für sein Heil und seine Bekehrung belauscht hatte. Aberauch hier fand er sie nicht; und jetzt war seine letzte Hoffnungverschwunden.

Ein paar Stunden hieß ihn ein geheimes Mißtrauen in dieGründe, welche seine Jnez vermocht haben könnten, sich ihm zuentziehen, in sein Ausstichen Zurückhaltung und Behutsamkeit legen.Als aber der Tag anbrach, und Jnez weder zu ihrem Vater, nochzu ihrem Gatten znrückgekehrt mar, konnte dieser nicht länger ansich halten, und machte diese unerklärbare Abwesenheit laut undöffentlich kund. Es wurden sogleich nach allen Seiten Nachfor-schungen angcstellt. Sie blieben ohne Erfolg. Niemand hatteJnez gesehen oder von ihr gehört, seitdem sie ihrer Amme Hütteverlassen hatte.

Ein Tag folgte ans den andern. Es liefen keine Nachrichtenein, obschon die Nachforschungen fleißig und lange fortgesetztwurden, bis endlich der größte Theil der Verwandten und Freundedes Hauses der Meinung waren, alles weitere Forschen sei ver-geblich, und nun die arme Jnez aufgegeben ward.

Ein so außerordentliches Ereignis; konnte aber sobald nichtvergessen werden. Es veranlaßtc Nachdenken, Gerüchte, Ausle-gungen und Erdichtungen mancherlei Art. Die Meinung Derer,welchen eigene Geschäfte Zeit ließe», an fremde Begegnisse zu