über den Unglauben; dann aber schlugen alle seine Hoffnungenwieder ans ein Mal um, wenn sein Schüler, der Gegenstand seinerfrommen Anstrengungen, ihm mit einem unerwarteten Einwnrf indie Quere kam. So lange die Angriffe ans seinen Glauben nurschwach und von fern angelegt waren, gab Middletvn, der es inder Polemik nicht eben weit gebracht hatte, mit der Geduld undDemuth eines Märtyrers nach; so bald aber der gute Pater, demdas ewige Glück des jungen Mannes so sehr am Herzen lag, dengewonnenen Grund durch das Hervorrücken mit dieser oder jenerSpitzfindigkeit seines Glanbenssystems noch sicherer zu stellen ge-dachte, sprang Middleton um, machte, als ein gewandter Soldat,eine plötzliche Wendung, und schlug den heißen Angriff tapfer ab.Wir geben zu, daß er in diesem Glaubenskampf keine andereWaffen gebrauchte, als solche, die ihm der gesunde Menschenver-stand an die Hand gab, oder die geringe Kenntniß der abweichen-den Sätze beider Religionen ihm lieh; aber eben dieser Waffenbediente er sich nicht ohne Erfolg, und ungefähr so, wie einnervenstarker Klopffechter, der seinen Knotenstock gut zu führenweiß, einem geschickten Fechtmeister gegenüber, den Ausfällenund Passagen desselben derbere Gründe entgegenstellt, und dieKunst seines Widersachers geradezu mit zerbrochenem Schädelund zerbrochenen Waffen beantwortet.
Ehe noch die geistliche Fehde zu Ende gekommen war, hatteein Zuwachs von Protestanten nnserm Helden Hilfe zngefnhrt.Sowohl der rücksichtslose Freisinn Einiger unter ihnen, welche blosauf den Genuß des Erdenlebens bedacht waren, als die folgerechtevernünftige Frömmigkeit Anderer machten den ehrlichen Priesteraufmerksam, bekümmert und auf Maßregeln bedacht, dem Stromeeinen Damm entgegen zu stellen. Einerseits fing das gute Bei-spiel, andererseits das Böse an, zu wirken, und selbst in seinerGemeine, welche er bis jetzt dem geistlichen Joche blindlings unter-worfen erachtet hatte, begann ein neuer Geist sich zu regen.