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Anferzogen in aller Härte und allen Mühseligkeiten eines bestän-dig nmherwandernden Lebens, und auf der äußersten Gränze derGesellschaftlichkeit stehen geblieben, hatten sich die rohen Mädchenmit der Ansicht und de» Gefahren der Wildheit vertraut gemacht;sie versprachen nicht undeutlich, es einst, wenn sie größer, ihrerMutter in der Entschlossenheit gleich zu thnn, und sie in derKühnheit und in dem seltsamen Gemisch von Gutem und Bösemnachzuahmen, welches, in einem weitern Wirkungskreise, dieseMutter dem Anschein nach zu einem in aller Hinsicht ausgezeich-neten Frauenzimmer ihrer Zeit gemacht haben würde. Schoneinmal hatte Esther, als Jsmaels Holzpachtnng zerstört werdensollte, sie gegen den Anlauf einer Partie Wilden vertheidigt; einander Mal war sie von den Feinden für todt znrückgelaffen wor-den, nach einer Gegenwehr, welcher ein weniger wilder Belagererden freien Abzug mit allen Kriegsehren nicht verweigert habenwürde. Diese Thatsachen, nebst vielen anderen ähnlicher Art,waren mehr als einmal den Töchtern vorerzählt worden; so daßseht das Herz der jungen Amazonen abwechselnd hoch empor pochte,bald von einer sehr natürlichen Furcht, und bald von dem ehr-geizigen Wunsche bewegt, etwas zu thnn, was sie zu würdigenTöchtern einer solchen Mutter machen könnte. Jetzt war der Augen-blick erschienen, wo ihnen diese Auszeichnung zu Theil werden sollte.
Die Fremden waren nur etwa hundert Rathen vom Felsenentfernt. War es die gewöhnliche Vorsicht beim Vorrücken, oderwaren es die drohenden Stellungen der beiden Mädchen, welchehinter ihrem steinernen Wall mit den Läufen zweier alten Mus-keten gesehen wurden, genug, die vier Ankömmlinge machten ineiner Niederung halt, wo sie sich im hohen Grase mit Sicherheitverbergen konnten. Von dieser Stelle ans rekognoscirten sie wäh-rend einiger ängstlichen und für Ellen endlosen Minuten, die Festung.Hierauf rückte ein Einzelner vor, mehr in der Gestalt »nd mitdem Benehmen eines Herolds, als mit dem Anschein eines Feindes.