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4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
192
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Mag ihm Gott der Herr seine Sunden vergeben, wie ichihm seine schwerste Vergehung gegen mich verzeihe," antworteteder Vater mit Ruhe.Du, Weib, geh' nach Hanse auf denFelsen, lies in deiner Bibel; ein Kapitel ans der Bibel thut dirimmer gut. Du kannst lesen, Esther; dies; ist ein Vorzug, denich nie gehabt habe."

»3a, ja," murmelte die Frau, seiner Uebermacht nachgebend,und sich von ihm, nicht ohne kräftigen Widerstand, vom Platzefortziehen lassend.

»Ja, ja, ich kann lesen, und wie habe ich mir diese Kenntnißzu Nutze gemacht! Aber er, Ismacl, er hat nicht die Sünde einesversäumten Unterrichts zu verantworten. Diese Sünde wenigstenshaben wir ihm erspart; ob aus Mitleid oder Grausamkeit, willich nicht entscheiden."

Ihr Mann gab keine Antwort ans den Vorwurf, und begnügtesich, sie nach dem Ort ihres zeitigen Aufenthalts mit sich fortzu-ziehen. Als sie nun endlich die Höhe derjenigen Erdwelle erreichthatten, welche, wie sie wußten, die letzte war, von der sie dieLage des Grabes, worin Asa schlief, entdecken konnten, strebtensie Alle, als geschähe es mit Uebereinstimmnng und Verabredung,dem Abgeschiedenen und dem Orte ein letztes Lebewohl zn sagen.Der Grabhügel selbst mar nicht sichtbar, aber die Wolke der umdenselben flatternden Vögel machte ihn kenntlich. Ans der ent-gegengesetzten Richtung am Saume des Horizonts schien ihnender blaue, kleine, niedrige Hügel entgegen, wo Esther ihre jünge-ren Kinder znrückgelassen hatte. Er diente ihr als anziehendeKraft, ihre widerstrebenden Schritte von der Gegend abznziehen,wo die Gebeine ihres ältesten Sohnes verscharrt lagen. Die Na-tur regte sich im Busen der Mntter bei diesem Anblick; sie fühltesich von Neuem belebt, und trug nun die Rechte des Tobten aufdie dringenderen Ansprüche der Lebenden über.

Obige Ereignisse und Austritte schlugen ans den harten