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4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
191
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Jsmael stand mit verschränkten Armen, immer Acht auf Allesgebend, was vorging, und noch Vorgehen sollte. Als Alles vorüberwar, nahm er sein Käppchen ab, sich gegen die Söhne verneigend,und ihnen für die geleisteten Dienste dankend, mit einer Würde, dieauch einem weit nnterrichteteren und besser erzogenen Manne nichtübel angestandcn hätte. Während des ganzen traurigen, dabeifeierlichen und lehrreichen Vorgangs hatte er sich durchaus ernstund bedächtig benommen. Ans seinen starken Zügen lag die Falteund der Ausdruck des tiefen Gefühls; seine Miene vcrläugnete sichkeinen Augenblick. Nur als er dem Grabe den Rücken zukehrte, undauf immer von seinem Erstgebornen Abschied zu nehmen gaubte,regte sich die Natur mächtig in ihm, und die Muskeln seines Ge-sichts fingen an, sichtbar zu arbeiten. Die Kinder hefteten ihreAugen ans die scinigen, als wollten sie in ihnen einen anfklärcn-den Grund von dem, was sie selbst in diesem Augenblick empfan-den, lesen. Aber der Vater ließ ihnen nicht Zeit dazu; sein in-nerer Kampf hörte plötzlich ans, sich von Außen kund zu geben;er ergriff die immer noch ans dem Boden liegende Esther beimArm, hob sie auf, wie ein leichtes Kind, und sagte mit einerStimme, worin ein genaner Beobachter mehr Güte und Sanft-muth, als in seiner gewöhnlichen, gefunden haben würde:

Esther, wir haben nun Alles gethan, was ein Mann undein Weib thnn können. Wir haben den Knaben groß gezogen;wir haben ihn zn Einem gemacht, der auf der Gränze von Ame-rika wenige seines Gleichen hat; jetzt haben wir ihm ein Grabgegraben. Komm', laß uns gehen!"

Die Mutter zog langsam den Blick von der frisch aufgewühl-ten Erde ab, legte ihre Hände auf des Mannes Schultern, sahihm eine Minute lang ängstlich in's Gesicht, ehe sie noch einWort Vorbringen konnte, und brach dann mit tiefer, bebender,halb erstickter Stimme aus:

Jsmael! Jsmael! Du schiedest von dem Jungen im Zorne!"