Druckschrift 
4 (1853) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

89

Ellen," fügte er mit einer so feierlichen Miene hinzn, daß es einenEindruck auf das Mädchen machen mußte:Ich war verfolgt,gejagt, und in Gefahr, daß ich kaum .... Halt, was ist das?"

Ellen fuhr zusammen, denn der Ernst und der aufrichtig einfacheTon des Mannes hatte selbst bei ihrer scherzhaften Stimmung eineArt Glauben hervorgebracht. Indem sie in die vom Doktor angege-bene Richtung hinaussah, bemerkte sie wirklich ein Thier, welchesüber dieHaidc lief, und raschen Laufes sich dem Orte, wo Beide stan-den, näherte. Der Tag war noch nicht weit genug vorgerückt, umdiese Erscheinung ganz zu mustern, wiewohl so viel zu sehen war, daßman es für ein grimmiges und wildes Thier halten mochte.

Es kommt! Es kommt," rief der Doktor hastig, wie in einerArt Instinkt nach seiner Schreibtafel greifend, während er mit denBeinen schlotterte, über den Versuch, den festen Boden zu behal-ten.Jetzt, Ellen, gibt das Glück mir eine Gelegenheit, die beimSternenlicht gemachten Jrrthümer zu verbessern halt wie Blei-asche keine Ohren Hörner lang hinansgestreckt"

Die zitternde Stimme, die schlotternde Hand, wurden beideplötzlich starr und stumm, als das Thier ein Gebrüll oder viel-mehr ein Geschrei ansstieß, das selbst ein festeres Herz, als dasdes Naturforschers stocken gemacht hätte. In seltsamen und wil-den Tonfällen gellte das Gewieher über die Haide herüber, unddann folgte ein tiefes, feierliches Schweigen, welches nur durchein unmäßiges Gelächter von Seiten einer etwas musikalischemStimme, nämlich der unserer Ellen Wade, unterbrochen wurde.Der Naturforscher stand indessen wie eine Statue des Staunens,indem er es zngeben mußte, ohne seinen nächtlichen Schild gegen denAndringcr vorznstrecken, daß ein wohl ausgewachsener Esel, mirnichts dir nichts, ihn anschnüffelte.

Es ist ja Ihr eigener Esel!" rief Ellen, sobald sie nur zuWort kommen konnte.Ihr eigener Patient; Gott, wie das armeThier gelaufen ist!"