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Studien zur Kritik der Moderne
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Theater.

XII. Epilog.

Es schien mir schicklich, nach dem Wiener Interviewüber die Zukunft der Schauspielerei auch ein paarfremde Stimmen zu hören, wenigstens zwei: einenaturalistische, was sie gegen die vielen Klagen ein-zuwenden hätte, und ein beweisendes Beispiel der„draussen“ geläufigen Meinung, die herrscht. Ichhabe also an Herrn Emanuel Beicher, der in Berlinder Meister des Naturalismus heisst, und an HerrnJocza Savits, den ausgezeichneten Leiter des MünchenerHoftheaters, der ersten deutschen Bühne im 'Reiche,geschrieben. Ich habe endlich auch an Herrn AdolfL’Arronge geschrieben, ob er sein Theater, das hierübel behandelt' war, vielleicht vertheidigen wollte.

Emanuel Reicher.

(Berlin.)

„Die Verwirrung wird, je mehr über den Naturalis-mus herüber und hinüber geredet wird, nur täglichgrösser, und geradezu unbegreifliche Dinge wachsenaus der Debatte. Wie ist es zum Beispiel möglich,dass Thimig ein Gegner des Naturalismus ist, da erdoch in seinem Interview, mehr aber noch in seinerentzückend einfachen, natürlichen Spielweise einNaturalistvom reinsten Wasser ist? Was stellt er sich nuneigentlich unter diesen verfluchten Neuerern vor? Wiekann Freund Bonn die theatralischen Bewegungen derMitzi in Schutz nehmen gegen das dadurch berechtigthervorgerufene Vorurtheil ihrer Tanten, da er dochselbst ein Gegner dieser theatralischen (sogenannt,weil theatralisch als identisch mit unwahr — afiectirt —und posenhaft gilt) Manier ist? — Was predigtLewinsky von der ewigen Wahrheit und leugnet dieWahrheit der flüchtigen Erscheinungen, die dochdadurch allein, weil sie sind, sich zu einzelnen Theilen