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Studien zur Kritik der Moderne
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Der neue Stil.

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meine Lady Macbeth sehr liebe und freundliche Sachengesagt. Aber wie ich dann frage, ob sie sie auchschon gespielt hat, da hat sie sich nur so geschütteltund als ob sie frösteln möchte, sich noch tiefer in denweiten, weichen Mantel verkrochen.“

„Es ist mit ihr wahrscheinlich gerade wie mitAndo. Der hat mir offen gesagt, dass ihm das klassischeDrama, wo er stilisiren muss, unbehaglich ist.“

„Ando ist ein wunderbarer Künstler. In seinerArt ebenso gross wie die Düse, ja, vielleicht noch —und er ist ja auch ihr Lehrer gewesen.“

Wir kommen jetzt auf allerhand Persönliches.Sie erzählt von Collegen. Es ist seltsam, wie sieUebermuth und Würde mischt. Sie beginnt ganz leiseimmer in der ungezwungen grossen, lässig feierlichenHaltung eines Bildes von van Dyck. Plötzlich, wennsie der Eifer, zu gestalten und zu zeigen, überwächst,springt sie empor und spielt die Personen, Spracheund Geberden carikirend. Aber auf einmal besinntsie sich wieder, fasst sich, setzt sich, und um dieschmalen Lippen verhuscht der Glanz von Spott undFreude, und sie ist wieder das stille, vornehme Bild.

Wie ich gehe, fällt mir auf der breiten, weissenStiege ein: Am Ende ist der Streit überhaupt falsch,zwischen der Wahrheit und der Schönheit, und manmüsste die Künstler vielleicht ganz anders theilen: insolche, Avelche das Leben zwingen, und in solche, welchevom Leben bezwungen werden; und was Stil heisst, istnur die Kraft, alle Dinge unter die eigene Natur zu ordnen.

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