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Studien zur Kritik der Moderne
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vor, für die Sie diese Geste suchen, jene vermeiden?Sie denken nicht an das Publikum?“

„Um Gotteswillen! Ich könnte überhaupt nichtweiter, wenn ich an das Publikum denken würde.Nicht einmal mein Dienstmädchen darf im Zimmerdaneben sein, wenn ich lerne. Der Gedanke, dassmich Jemand hört, verschlägt mir jeden Ton. Ichmuss mich ganz allein und einsam fühlen; dann kommenzu den Worten von selber allmälig die Töne undGeberden. Das ist mir anfangs beim Theater dasSchrecklichste gewesen, dass mir Jemand zusieht undzuhört. Ich habe mich erst langsam und schwer darangewöhnt. Aber im Spiele an das Publikum denkenund für das Publikum etwas „machen“, das könnte ichnoch immer nicht. Ich kann mir gar nicht vorstellen,wie Andere das tliun. Ich kann überhaupt nichts„machen“, sondern es macht sich Alles von

selbst.“

„Damit sind allerdings alle Losungen von altemund neuem Stil, von Idealismus und Naturalismus, vonKlassicismus und Modernem erledigt.“

„Sie passen auch nur auf die anderen, auf dieabsichtlichen Künstler, die mit dem Verstände etwaswollen und dann genug Herrschaft Uber sich haben,um es ganz ebenso auch wirklich zu können. Diewerden leicht stärker und tiefer wirken, weil sie durchausgesuchte Künste verblüffen. Nur dauert es nichtlange. Man darf sie nicht oft sehen. Sonst empfindetman die Mache, und alle Illusion ist weg. Sie müssenimmer gastiren, immer wieder vor einem neuen Publikum,das sie noch nicht kennt. Während jene schlichtere,aber aufrichtigere Weise, die nichts macht, sonderneinfach eine Natur gibt, wie sie ist, auf standhafteWirkungen zählen darf, indem das Publikum zu ihrwie zu einem guten verlässlichen Freunde immer wiederzurückkehrt.“