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Theater.
„Aber gerade im klassischen Drama wirtschaftendie Naturalisten entsetzlich. Das kommt nämlich auchnoch dazu: die Leute verwechseln natürlich und
gewöhnlich. Sie spielen Alles, wie sie es im täglichenLehen an ihren Bekannten sehen. Es ist aber einUnterschied zwischen einem Spiesser und einem tragischenHelden, und wenn der Alba den Degen des Egmontfordert, da hört sich der Conversationston auf. Dageht’s doch um Leben und Tod! Da haut man auchin der Wirklichkeit auf den Tisch und schreit undwehrt sich — kurz, da gehört Leidenschaft undTemperament her! Aber vor lauter Angst, unnatürlichzu werden, spielen die Leut’ das jetzt so nüchtern undgemüthlich herunter — man merkt gar nicht, dass ’sErnst ist! Im Salon lass’ ich mir das noch gefallen,dass Einer mildert und dämpft, obwohl es auch gewisseGrenzen gibt — aber jetzt wird auf einmal Alles indiesem Ton gespielt! Da muss ich schon bitten!“
„Also . . .“
„Ja, lieber Freund, ich kann Ihnen nicht helfen!Thut mir leid, aber ich halt’ nichts von dem Naturalis-mus. Es gibt schon auch Einige, die 'was können —allen Eespect! Aber das Gute an dem „neuen Stil“ist nicht neu und das Neue taugt nichts, weil es blosszu einer gekünstelten und gesuchten Natürlichkeitführt, die weder wahr noch wirksam ist. Und über-haupt: mit den Theorien schaut fiir’s Theater nichtsheraus. Nicht schöne Regeln — starke Individualitätenbraucht die Bühne.“
VIII. Van Dyck.
Ein „Petit Hotel“ in der Belvederegasse, reichund vornehm, und man fühlt in dem dunklen Flur unddie schmale Treppe über den Teppich hinauf den Stil