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Studien zur Kritik der Moderne
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Der neue Stil.

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„Ja, aber noch mehr. So einfach ist die Geschichtenicht. Ich halte ihn nicht hloss für unnütz — ich halteihn direct für schädlich. Und sie werden auch seli’n,es dauert nicht lange, so macht ihm der gesunde Sinndes Publikums ein Ende.“

„Ist das nicht ein Widerspruch? Zuerst nennenSie ihn selbstverständlich — und jetzt auf einmal soller schädlich sein!“

„Das ist eben der grosse Unterschied, meinFreund — zwischen der Natürlichkeit von früher undDem, was die Naturalisten daraus gemacht haben.Seit man mit Fleiss natürlich tliut, ist man nicht mehrnatürlich. Es gibt gar keinen grösseren Feind desNatürlichen als die Absicht, es zu sein — das giltfür die Schauspieler wie für die Dichter, wie über-haupt für jede Kunst. Von selber muss es kommen,ungesucht und ungewollt — ohne dass sich Einer erstviel plagt und . den Verstand quält. Ich muss reden,wie mir halt der Schnabel g’wachsen ist! Aber wennich mich erst tausendmal frag’ und ängstlich auf jedenTon horch’, ob er denn auch wirklich recht wahr undnatürlich ist — dann erreiche ich g’rad das Gegentheil.Was ich von der neuen Richtung bisher gesehen hab’,das war Alles — vor lauter Anstrengung, recht natür-lich zu sein — die ärgste Unnatur. Die schönenRegeln und Gesetze nützen eben beim Schauspielernichts, wenn er die Natur nicht von selber trifft. Undwenn er sie trifft, dann braucht er sie nicht und siewerden ihn höchstens verwirren. Der Eine kann’s,der Andere kann’s nicht — weiter gibt’s keine Theorieder Schauspielkunst. Alles Andere führt nur zur

Manier, und darauf ist der Tod — ob es jetzt eine naturalist-ische oder die siissliche gezierte Manier von früher ist.“

„Wenn ich aber zwischen den beiden wählen soll,ist mir doch entschieden der Naturalismus immer nochlieber. Speciell im klassischen Drama . .