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Studien zur Kritik der Moderne
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T h e a t c r.

wie einen lieben Onkel, der nur gern ein bisschenraunzt und nergelt.

So recht der Wiener vom alten Schlage, der ge-müthlich, leicht und heiter heisst, aber kritisch, unwirsch,quälerisch, unzufrieden, grämigund verdrossen ist. VomSchlage der Grillparzer, Bauernfeld und Anzengruber, mitder Verbitterung aus Güte. Nur noch mit einer besonderen,nicht recht verträglichen Note des „feschen Kerls“aus der Vorstadt, mit dem Gerüche Engelhart'scherGestalten.!

Ich sage ihm, warum ich komme, und meinenWunsch. „Sie sind in meiner Beihe sehr wichtig. Mankönnte Sie ja eigentlich den V ater des Naturalismus nennen.Sie haben den neuen Stil schon vor dreissig Jahren ge-spielt — lange bevor er von den Berlinern erfunden wurde/

„Weil er eben nichts Neues ist! Ich weiss garnicht, was die Leut’ auf einmal wollen. Es hat immernatürliche Schauspieler gegeben. Schaum S’ den Bau-meister an! Ist der vielleicht nicht natürlich ? Declamirtder? Aber der ist vor vierzig Jahren schon so gewesen.Ich erinner’ mich noch sehr gut — ich war damalsnoch gar nicht beim Theater — an seinen Thumelikus:wie wenn er im Kaffeehaus mit einem reden möchte,wie ich hier mit Ihnen red’ — man hat überhauptganz vergessen, dass man im Theater ist. Und derLa Boche g’rad so — wenn ich an seinen Dorfrichterim „zerbrochenen Krug“ denk’! Nur der Löwe hatmanchmal ein bisschen declamirt — das heisst, er hateben enorme Leidenschaft und Schwung gehabt, aber, auchimmer auf einem festen Grund von Wahrheit und Natur.Anders gibt’s überhaupt keinen ordentlichen Schau-spieler. Dazu brauchen wir nicht erst die Berliner. Dasversteht sich ganz von selbst. Das ist immer so gewesen.“

„Sie halten also den sogenannten „neuen Stil“ fürüberflüssig und entbehrlich, weil er eigentlich gar nichtneu und selbstverständlich ist“?