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T h e a t e r.
„Glauben Sie, dass wir auch einmal Klassikerwerden ?“
„Mit dem Naturalismus nicht — weil er nichtsPositives ist! Der Naturalismus ist nicht die neueKunst, sondern er ist nur ein Protest gegen die alte.Ein nothwendiger, unvermeidlicher Protest — speciellfür die Schauspielkunst, welche in der Entwicklungheute hinter allen anderen Künsten zurück ist. Inallen anderen Künsten, in der Musik, in der Politik,in der Malerei ist die Declamation schon abgeschafft.Nur auf der Bühne wird noch immer fest weiterd eclamirt.Und wie!! Da ist der Orest, von dem endlich derWahnsinn genommen wird — bitte, stellen Sie sichdas nur vor, welche Situation das ist! Der Mann istendlich befreit, gereinigt und erlöst, die Thränen quellenund aus der tiefsten Seele stammelt er die herrlichenVerse: Die Erde dampft erquickenden Geruch u. s. w.Mein Orest, mit dem ich in München den Pyladesspielte, brüllt bei der Stelle wie ein Stier! Und natürlichfünfmal gerufen! Man könnte von unserem Helden mitBusch sagen: der Löwe brüllt, wenn er nicht schweigt!Es gilt eben noch immer das Wort Richard Wagner’s:„Es kann dem deutschen Schauspieler nie passiren,dass er aus der Kolle fällt — weil er nie drinnen ist!“Daher auch der gute Ruf, den unsere Kunst hat. Ausdem Namen aller Künste werden Adjective gebildet,und alle sind schmeichelhaft, nur unseres ist schimpflich.Sie können hören: die Mizzi ist ein so poetischesGeschöpf, sie hat so malerische Bewegungen — schade,dass sie ein bisschen theatralisch i§f!“
„Der Mizzi könnt’ man das ja abgewöhnen — obaber . . . .“ -
„Ob man das aber der deutschen ,Bühne abge-wöhnen kann? Ja —?! Und sehen Sie, das ist diebeste Definition meiner „Richtlmg“: ich möchte, dassdas Theater nicht mehr theatralisch wäre! Dazu