Der neue Stil.
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zu sterben, wie ein Held, in der starren Faust dasunentwegte Blei?
Er ist Causeur. Er plaudert sehr hübsch, vontausend Dingen durcheinander, mit lustigen Anekdotenund Geschichten und indem er seine Beispiele bald ausder Malerei, bald aus der Dichtung, bald aus demLeben holt. Er hat an allen Künsten ein bisschengenippt. Bings hängen Skizzen und Studien vonseiner Hand. Und die Geige wartet.
Ich sage: „Wissen Sie, was mir das Wichtigste ist?Ich brauche dringend einen Naturalisten. Sonst gehtmir das ganze Interview nicht zusammen. Alle gegenden neuen Stil. Niemand dafür — ich bitt’ Sie: waswerden dann da die Berliner sagen?“
Er lacht und sieht mich bedenklich an: „Ichweiss nicht, ob ich Sie vielleicht nicht enttäuschenmuss. Allerdings ist mein Name in dem „Kastei“Naturalismus untergebracht — ganz hinten in derEcke, bei den Giften mit einem Kreuz. In irgendein Schubladl muss ja einmal jeder deutsche Künstler —da nützt kein Sträuben.“
„Also sträuben Sie sich lieber nicht . . .! Uebrigensist ja der Name ganz gleich. Jedenfalls rechnet man Siezur neuen Richtung, unter dieüeberwinder der Tradition.“
„Neue Richtung? Ueberwinder? Ist das so wasBesonderes? Sophokles hat den Aeschylus überwunden,— Gluck den Piccini, Piloty den Kaulbach, Makartden Piloty — der Strom muss fliessen, sonst wird erein Sumpf. Desswegen gehen die alten Wertlie nichtverloren, es kommen nur neue dazu. Die Mittel derKunst werden unablässig vermehrt. Spontini hatgerufen: Ich habe die Musik an ihre Grenzen geführt!Dann kam Wagner, wo blieb Spontini? Das ist derunvermeidliche Lauf der Kunst. Und vergessen Sienicht: das Klassische ist auch einmal modern gewesen,bevor es klassisch wurde.“
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