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290 Theater.
Cavalleristen. Die offene, freie und kräftige Mieneunter den kurzen blonden Locken lustig und gesund,von Sonne und Wind gehärtet und gebräunt-, dashelle, kluge, sichere Auge eines Schützen; die flinken,schlanken, burschikosen Gesten; der turnerische Gangund die schlichte, ungezwungene Rede, die gerne diebreiten, behäbigen Töne der baierischen Zunge streift —es lässt sich kaum ein grösserer Gegensatz zu demromantischen Komödianten der Tradition, der auch imSchlafrock noch immer der tragische Held bleibt,denken. Er ist ja vielleicht auch ein bisschen Poseur.Aber dann ist es vielmehr das Nichtposieren, das erposiert.
Wir speisen zusammen, in seiner Wohnung hinterdem Parlamente, welche wie das Atelier eines Malersist, aber eines, der gerne ein bisschen auch in denanderen Künsten neugierig hospitiren würde. Wirtrinken Sect und eigentlich ist es sehr gemüthlich.Aber ich kann mir nicht helfen — ich bleibe befangen,fast ängstlich. Das ist nicht ohne Grund. Er hatmir nämlich gerade von seinem Koch erzählt.
Dieser Koch ist sehr geschickt, ein Meister seinerKunst und auch sonst eine Perle. Nur ärgert er sichrasch und wird gleich wild. Dann hadert er heftigmit der Welt und schmäht das Leben. Er ist über-haupt ein pessimistisches, misanthropisches Temperamentund trägt für alle Fälle immer Gift bei sich, ein Endezu machen, wenn ihm der irdische Jammer einmalganz unerträglich würde. Nun muss ich schon sagen:philosophisch hat ja der Mann wahrscheinlich Recht,aber so ein reizbarer und menschenfeindlicher Kochmit Gift, das ist so eine Sache! Wer kann dennwissen — und wenn ich dem heiklen Herrn am Endenicht gefalle? Es gibt oft ganz unverständlicheAntipathien. Aber was bleibt mir übrig, als tapferzu verharren und wenigstens möglichst in Schönheit