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Studien zur Kritik der Moderne
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Der neue Stil.

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„Lenau hat es schon vor 60 Jahren prophezeit.Da hat er sich nun freilich getäuscht. Aber mit diesemGeschleehte von heute, das ich nicht billige, aber wiees nun einmal ist, mit diesem Geschleehte der Nüchtern-heit und des kalten Verstandes verträgt sich dasTheater nicht mehr.“

„Es lebe der Circus! Die Malerei wird Panorama,die Bühne wird Circus. Eine höchst erbaulicheZukunft!“

„Haben wir denn eigentlich noch so weit zumCircus? Streift ihn nicht schon der Naturalismus ? ObEiner Thierstimmen äfft oder Menschen imitirt — woist denn da eigentlich noch ein Unterschied ? Wasden Circus und die Kunst trennt, das ist gerade das,was dem Naturalismus und dem neuen Stil fehlt: dieInnerlichkeit, welche sich in keiner Geberde äussert,keine leiblichen Zeichen hat, in der Seele bleibt —der Schwung und Adel der Gesinnung, welche wirfühlen, aber nicht ausdrücken können. Das ist dieLücke des Naturalismus. Darum lassen uns alle seineKünste, so sehr wir sie oft mit dem Verständebewundern, am Ende doch unbefriedigt und leer.“

„Daher auch der Symbolismus . . .“

„Ja — aber ist der Symbolismus denn eigentlichwas Neues?“

„Was ist überhaupt neu? In der Kunst! Siemöchte eben den Ausdruck des ganzen Menschen undvermag docli immer nur Theile!“

VI. Ferdinand Bonn.

Wer Ferdinand Bonn, ohne ihn zu kennen, irgendwoauf dem Lande träfe, würde keinen Schauspieler ver-muthen. Er hat eher was vom Oflicier im Civil, voneinem schneidigen, in allen Künsten des Leibes erfahrenen

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