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Studien zur Kritik der Moderne
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Der neue Stil.

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werden. Es ist der Ton der wissenschaftlichen Seminarevon heute, den die jüngeren, geflissentlich modischenDocenten haben.

Wir erörtern den Werth der Theorie für dieBühne. „Ich glaube, man überschätzt die Theorie-.Man sollte lieber die Technik weniger versäumen. Die.Franzosen, die Italiener arbeiten mit 40, 50 Proben.'Da kann der Schauspieler freilich eine ganz andefeSicherheit gewinnen. Der deutsche Schauspieler, selbstwenn er unabhängig vom Souffleur ist, bleibt immernoch abhängig vom Gedächtniss. Er muss sich,während der Partner spricht, schon auf die Antwortbesinnen, sieht den nächsten Satz vor sich und sagtihn dann nach. So geschieht es, dass seine Redegelernt scheint, statt ungesucht aus dem Gefühle zukommen. Auch muss er, wenn überhaupt nur drei-,viermal probirt wird, schon fertig auf die erste Probekommen, was dann ein Studium nach dem Texte, stattaus der Situation bedingt.“''

„Gerade in diesem Sinne haben die Berliner, dieLeute vom sogenannten neuen Stil, viel Gutes gewirkt.“

„Gewiss — ich bin der Letzte, der das leugnenwürde. Ueberhaupt; — ich gelte ja für einen heftigenVertheidiger des alten Stiles, aber es fällt mir durch-aus nicht, ein, die Verdienste des neuen zu verkennen.Und selbst in den , Punkten, wo er mir nicht genügt,gebe ich nicht den Schauspielern die Schuld, sonderndem Publikum. Der neue Stil ist ja keine willkürlicheErfindung, sondern er hat im Publikum seinen Grund,in diesem merkwürdigen Publikum von heute, das Nichtszugibt, sondern : den Dichter wie einen Hochstaplerbehandelt, mit dem man auf der Hutli sein muss und vondem sich der Kluge nicht einfangen lässt. Dieses Publikumsucht Etwas darin, nicht mit der Dichtung zu gehen,ihren Voraussetzungen zuwidersprechen und sich ihrenWirkungen zu entziehen. Da muss denn natürlich mit