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Studien zur Kritik der Moderne
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Tli cat er.

immer nur die Krücke lahmer Naturen, die sonst nichtweiter kommen.“

„Stil ist — wenn einer kein Talent hat, dannerfindet er sich allerhand!“ Und: „Stil ist Schwindel!“Und: „Wer von Stil redet, ist gar kein Künstler!“

So wettert es rings gegeii mich. „Na also,“ sageich möglichst gemüthlich, weil ich nicht gern erschlagenwerden möchte, „da wären wir ja mitten im schönstenNaturalismus! Nämlich, die absolute Stillosigkeit —mehr will auch der radicalste Naturalist nicht.“

Karlweis verschluckt ein Schmunzeln und blinzeltwie ein Eidechslein. Udel, der ein bisschen eingeschlafenwar, erwacht von dem Tumult und fragt bestürzt:„Was gibt’s denn eigentlich? Ja, was gibt’s denn?Was ist denn g’scheh’n?“

„Ja, wenn Sie das Naturalismus nennen! Dannhabe ich ja nichts dagegen! Worauf es ankommt, dasist die Natürlichkeit. Es geht ein gewaltiger, unauf-haltsamer Zug durch die deutsche Schauspielkunst, austausend Zeichen vernehmbar, nach Natürlichkeit undWahrheit. Hoffen wir, dass er siege!“

„Darin sind wir ganz einig. Nur ist die Sachedamit noch nicht erledigt. Natürlichkeit und Wahr-heit — gut, schön! Wie nun aber, wenn die Wahr-heit in Conflict geräth mit der Schönheit? Wasdann?“

„Das darf sie eben nicht! Das darf sie niemals!“„Aber angenommen, dass . . .! Es wäre einmalein Conflict zwischen Schönheit und Wahrheit. Wasdann? Wie soll da entschieden werden? Auf Kostender Wahrheit oder der Schönheit?“

„Die echte Wahrheit ist immer zugleich auch diewahre Schönheit.“

Nun klammere ich mich an die Düse. „SehenSie — die Düse ist da ganz anders. Die zögert nicht,sich für die unbedingte Wahrheit zu entscheiden, selbst