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Studien zur Kritik der Moderne
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Der neue Stil.

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Ich thue also auch einen kräftigen Zug uud meinedann ganz bescheiden: „Ich sehe bloss da eigentlichnoch keinen rechten Unterschied. Natürlich sein, umjeden Preis, Natürlichkeit als die einzige Regel — dasist es ja gerade was die Naturalisten wollen.“

„0 nein! Natürlichkeit ist ganz etwas Anderes alsNaturalismus, ganz etwas Anderes!“

„Ganz etwas Anderes!“ wiederholt nachdrücklichder Chor.

„Natürlichkeit und Naturalismus haben nichts ge-mein. Im Gegentheil. Die Naturalisten sind nichtnatürlich — gar keine Spur! Die Naturalisten sindeinfach Leute ohne Innerlichkeit, ohne die Töne derLeidenschaft und der grossen Empfindung, ohne Tem-perament, unfähig zu sprechen und den Vers zu be-handeln — und den ganzen Naturalismus haben siebloss erfunden, um ihre Mängel zu verdecken. Dasist es.“

„Das kann man eigentlich doch nicht so sagen!Schau’n Sie — Kainz zum Beispiel, der freilich selber vomNaturalismus nichts hören will, aber nun einmal alsNaturalist gilt —“

Alexander v. Weilen: „Kainz ist sogar ein unver-gleichlicher Sprecher.“

„Kainz meine ich auch gar nicht. Ich rede vonden Anderen — was sonst heute auf den norddeutschenBühnen Komödie spielt und naturalistisch heisst. Unddas ist schrecklich ! Sie zerhacken, entstellen und miss-handeln den Vers und es fehlt ihnen jede Wärme. Esfehlt ihnen ganz einfach da —.“ Er deutet auf dasHerz.

Allgemein: „So ist es! So ist es!“

Ich werde kleinlaut: „Also, kurz und gut, esscheint, dass Sie den neuen Stil . . .“

Da bricht es nun aber böse los. „Stil, Stil! Wennich überhaupt das Wort schon höre , , . .! Stil ist