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Studien zur Kritik der Moderne
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T)or neue Stil.

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den wildesten Leidenschaften, die sie spielen, ganzkalt und ruhig und ungestört bleiben, ohne jedeEmpfindung.“

Die grossen frommen Kinderaugen, die an GabrielMax erinnern, schauen erstaunt. Dann zuckt sie dieAchseln. „Die sind sehr zu beneiden. Wenigstens bleibensie gesund und frisch dabei. Aber ich kann es mirnicht vorstellen. Ich kann mir nicht denken, wie mandas macht. Ich kann mir nicht denken, wie man spielt,ohne selber Alles zu empfinden, als wäre es daseigene Leben.“

„Sie spielen, als wäre es gar kein Spiel, sondernWirklichkeit und Wahrheit? So empfinden sie esselbst?“

„Ich kann es mir gar nicht anders denken. Manmuss doch wohl so spielen.“

„Sie lassen sich also bloss von Ihrer Empfindungleiten und treiben, von Ihrer Empfindung allein, ohnejede Rücksicht, ob das gerade auch immer schönsein wird?“

Sie zögert einen Augenblick. Ich erkläre es deut-licher. „Ich meine, Sie werden niemals in irgend einemMoment Ihrer Rolle sagen: im Leben würde ich jetztzwar Dieses oder Jenes thun, aber es sieht nicht gutaus, es beleidigt das Auge oder das Ohr und darumwähle ich eine vielleicht weniger natürliche, aber destoschönere Pose.“

Sie lächelt leicht, wie über Jemanden, der etwasganz unbegreiflich Dummes gesagt und offenbar vonder ganzen Geschichte keine Ahnung hat. „Sie stellensich das merkwürdig vor! Als ob man überhaupt ineinem solchen Moment überlegen könnte, was sichbesser macht, was schön aussieht und wirkt! Daskommt doch Alles aus dem Drange des Gefühles, ohnedass man es selber eigentlich weiss. Natürlich, wennman nicht ganz ungraziös und ungeschickt ist, wird