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Studien zur Kritik der Moderne
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T h e a t e r.

Sehr vergnügt Avanciere ich heim. Ich rechne:Einen famosen Kaffee, ZAvei suggestive Cigarren undein kleines Compendium der Schauspielkunst — mankann seinen Nachmittag nicht profitabler venvenden.

III. Adele Sandrock.

Ein bunter, üppiger Salon, sehr decorativ gestellt,etwa Avie Sandor Jaray einzurichten liebt. Auf einerStaffelei, gleich rechts von der Thür, die grosse Sceneaus der „Eva“ ungestüm und grell auf den Effectgemalt. Und rings von schmalen Poufs und zierlichenCauseusen ein anmuthiges • Gedränge.

Sie ist sehr krank geAvesen und fühlt noch dieSpuren. Es klingt müde und schmerzlich aus ihrersanften Stimme. Sie klagt über ihre Nerven.

„Ah! das bisschen Kunst kommt Einem tlieuergenug! Man bezahlt es mit Gesundheit und Leben.“Jedes Wort, das sie sagt, ganz leise und einfach,ohne den Aufwand von Ton und Geste, den Schau-spielerinnen sonst lieben, gelassen und schlicht, klingtAvie aus der letzten Tiefe des Gemiithes. Es hat einenfeuchten Glanz von Seele.

„Das Spielen greift Sie sehr an?“

„Sehr. Ich leide unendlich. Nach der Vorstellungliege ich oft eine Stunde, ganz gebrochen und erschöpft,bis ich mich langsam erst AA'ieder besinne. Ich lebeeben so völlig in der Rolle, dass ich Alles wie meineigenes Schicksal empfinde. Ich fühle das Leid derGestalten, Avelche ich spiele, so heftig, dass ich es imAvirklichen Leben nicht heftiger empfinden könnte. Dassich auf der Bühne bin, vergesse ich überhaupt ganz.Sonst könnte man ja auch nicht spielen.“

„Na —sage ich zweifelhaft. „Es gibt schonauch Künstler, und ganz bedeutende Künstler, die in