IJcr neue Stil.
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geschieht das gleich von seihst, mit einem Schlage —ich weiss nicht woher. Anderemale taste und zögereich lange. Da müssen denn Stiche, Sammlungen, alteJahrgänge der „Fliegenden“ her — nicht als ob ichdort die Bilder meiner Bollen fände, aber irgend eineKleinigkeit an ihnen genügt, sie aus mir zu erwecken.Dann erst, wenn sie leibhaft vor mir stehen, dringensie in mich, überwältigen mich gleichsam und bestimmenin einer förmlichen Extase der Nerven meine Töneund Gesten. Nur muss ich freilich dann, wenn diesemeine eigene Illusion sich auch Anderen mittheilensoll, diesen Process oft wiederholen, bis seine sämmt-lichen Erscheinungen herausgehoben und mir gehorsamund geläufig werden. Die Dichtung mächtig empfinden,diese Empfindung bis zur völligen Ergriffenheit vonder Rolle steigern, dann aber bändigen und zwingen,dass sie Einem auf den Ruf gehorcht — das ist nachmeiner Meinung, nach meiner Erfahrung das ganzeGeheimniss unserer Kunst. Gefühl und Herrschaft überdas Gefühl müssen sich treffen, wenn es einen Schau-spieler geben soll, und dann mag er sich gelassen derRolle vertrauen, die ihm schon den rechten Stil dictirenwird. Es gilt eben, dass es Einer hat und dass er eskann — alles Andere ist unnützes Gerede, So hatman es an der Burg immer gehalten und daran werdendie muthwilligen Neuerer nichts ändern. Es ist unsnicht bange.“
Wir treten hinaus in den sanften Atliem desAbends. Er geleitet mich durch den Garten und wirplaudern noch Manches. Er ist heiter und froh. Eshat ihm offenbar gar nicht so wehe gethan, wie ei-erst glaubte.
Es ist mit dem Interviewen wie mit dem Küssen:mit Ausdauer, wenn man sich nur nicht abschreckenlässt, gewöhnt man jede Unschuld daran und sie findetes dann sogar ganz nett.