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Studien zur Kritik der Moderne
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niemals stösst, die richtige Sensation des Wienerischenvon Lustbarkeit und Spielerei, als wäre das ganzeLehen hier nur so zum Zeitvertreibe aufgestellt undeben aus einem vergnüglichen Schächtelchen geholt.Wenn man dann vor der Linie draussen aus dem Ge-rassel der Wagen und der Bahnen in die Feldgassebiegt, da versinkt die Stadt und wird mit Winkelnund Hütten und Zäunen plötzlich Provinz: spielendeKinder, Burschen vor den Schänken, schwatzhafteMägde, behagliches Gaffen an jedem Fenster und überallder zufriedene Schritt von guten Menschen, die nichtnervös sind. Hier mitten im Cottage, wo Währing undDöbling sich streifen, wohnt Hugo Thimig. Ein schlankes,munteres Häuschen. Und rings schnurrt aus zierlichenGärten wie eine heimlich verhaltene Heiterkeit undNeckerei.

Es gibt sehr guten Kaffee und wir plaudern.Das Zimmer, geräumig, weit und ernst, in stillen undnachdenklichen Farben, wartet gelassen, bis manvon selber seine ruhigen Reize sucht. Es drängtnichts prahlerisch auf. Das Theatralische derWohnungen nach der Mode, wo sich Alles ungeduldiggleich mit schriller Stimme meldet, fehlt ihm. Manfühlt es als Rahmen, der Stimmungen fassen, nichtgeben soll.

Erst geht es gemüthlich kreuz und quer übertausend Dinge. Er hat sich jetzt in der grünenSteiermark angekauft. Und es ist lustig, wie sich inseiner Rede der glückliche Stolz des Besitzes undlieber Hoffnungen auf schöne Jahre mit einer leisenIronie über die eigene Freude und dem Behagen desErzählers mischt. Er macht dazu jenes listige unddurchtriebene Gesicht, das oben immer streng undgravitätisch bleibt und um die ausgelassenen Lippenunten tausend verrätherische Possen hat. Es fälltmir auf, wie er dem jüngeren Coquelin gleicht.

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